Druckglossar

Textildruck

bezeichnet alle Druckverfahren, mit denen Textilien bedruckt werden können. Das Bedrucken von textilem Gewebe ist komplexer als das Bedrucken von Papier, da die unterschiedlichen Grundwaren (wie Baumwolle oder Polyester) nach speziellen Farben und Behandlungsformen verlangen. Weiterhin stellt der hohe Gesamtfarbauftrag eine Herausforderung dar. Dieser ist notwendig, um das Gewebe vollständig zu durchdringen.

Seit 1995 wird an digitalen Druckverfahren geforscht, noch wird aber am häufigsten mit Rotationsfilm gedruckt.

Geschichte des Textildrucks:

Jeder Druckprozess kann als Vereinfachung und preisgünstige Vervielfältigung einer sonst manuell ausgeführten gestalterischen Arbeit betrachtet werden. Das Bedrucken von Textilien dürfte geschichtlich gesehen sicher eine preisgünstigere Variante von Dekorationstechniken wie Bemalen, Sticken oder Batik angesehen werden.

Übersicht Druckverfahren

Die folgende Übersicht soll als Einführung in das Gebiet des Textildrucks ("Zeugdruck") dienen. Es lassen sich hier grundsätzlich vier Druckverfahren unterscheiden:
  • Hochdruck (die druckenden Stellen sind erhöht, wie bei einem Stempel)
  • Tiefdruck (die druckenden Stellen sind vertieft, wie bei einem Kupferstich)
  • Durchdruck (die druckenden Stellen sind farbdurchlässig, wie beim Siebdruck)
  • Digitaldruck (Druck ab Daten mit Ink-Jet oder fotokopierähnlichen Transferverfahren)
Sie werden als wichtige Verfahren auch in der grafischen Druckindustrie eingesetzt (der Offsetdruck - Flachdruck - ist dabei das bedeutendste grafische Druckverfahren). Die obige Auflistung entspricht in ihrer Reihenfolge auch in etwa der geschichtlichen Entwicklung, wobei der Textildruck mit Schablonen zusammen mit dem Hochdruck sehr früh angewendet wurde. Heute hat der Hochdruck - im Bereich des Textildrucks - keine Bedeutung mehr. Wirtschaftlich bedeutsam sind der Siebdruck und der Tiefdruck (Rouleaux-Druck), heute zunehmend auch der Digitaldruck. Um 1985 hatten die Verfahren die folgenden Marktanteile: Rouleaux-Druck: 20%. Rotationssiebdruck: 65%. Flachbettsiebdruck: 15% (Anton Rudolf Czerny, "Textilforum", 3/85).

Drucktechniken

Das Textil kann dabei mit den oben genannten Druckverfahren auf die folgenden Arten dekoriert werden:
  • Direktdruck (die Druckfarbe wird direkt mit der Druckform auf das Textil aufgedruckt)
  • Reservedruck (das Motiv wird mit einer Paste aufgedruckt, die verhindert, dass beim anschließenden Färben des Stoffs das Motiv ebenfalls eingefärbt wird. Nach dem Färben des Stoffs wird die Paste wieder aus dem Stoff entfernt (Batik-Technik).
  • Ätzdruck (bei gefärbten Stoffen ätzt eine spezielle Druckfarbe an den Druckstellen die meist bunte oder dunkle Stofffarbe weg und ersetzt die betroffenen Stellen durch die eigene Farbe)
  • Transferdruck (bei dieser jüngsten Technik wird das Motiv zuerst auf ein Papier o.ä. gedruckt. Danach wird das bedruckte Papier - z.B. durch Aufbügeln - auf das Textil übertragen)
Die größte Bedeutung hat der Direktdruck. Das direkte Bedrucken erfordert nur einen einzigen Arbeitsgang und bewirkt ein gutes Eindringen der Druckfarbe ins Textil.

Der Reservedruck - eine Art Batiktechnik - war Jahrhunderte lang im "Blaudruck" und bei den japanischen Schablonendrucken eine äußerst wichtige Technik, um Textilien zu dekorieren. Heute hat diese Art des Druckens und Färbens keine wirtschaftliche Bedeutung mehr.

Ätzdrucke werden heute nur in speziellen Bereichen eingesetzt, vor allem auf dunkle (schwarze) oder stark bunte Textilien. Stoffe mit weg geätzten Druckmotiven können überdehnt werden, ohne dass sich dabei Risse im Druckmotiv bilden, was zum Beispiel bei Polstermöbelstoffen erwünscht ist.

Der Transferdruck wird dort angewendet, wo hohe Motivfeinheiten (z.B. Raster) auf das Textil übertragen werden müssen, da ein glattes Papier eine schärfere Druckqualität ergibt, als ein raues Textil. Bei konfektionierten Textilartikeln (Taschen, Mützen etc.) lassen sich ein- oder mehrfarbige Motive manchmal leichter als Transferbild aufbringen, als im Direktdruck. Das Übertragen des Transferbildes erfordert allerdings einen zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Flexdruck

Das Motiv wird aus einer oder mehreren farbigen Klebefolien per Schneidplotter ausgeschnitten und anschließend mit einer Transferpresse auf den Stoff übertragen. Bei diesem Verfahren sind nur wenige Druckfarben pro Kleidungsstück möglich bzw. kostengünstig. Auch besondere Materialien lassen sich auf diese Weise verarbeiten, z.B. Reflexfolie. Es ist keine Nachbehandlung erforderlich.

Digiflexdruck

Beim Digiflexdruck wird eine bedruckbare Flexfolie mittels Eco-Solvent Tinte bedruckt. Die bedruckte Folie wird, wie beim Flexdruck, mittels Schneideplotter ausgeschnitten. Danach wird das Motiv auf eine Übertragungsfolie aufgebracht und mit einer Transferpresse unter Druck und Hitze auf das Textil übertragen. Dieses Verfahren ist auch bei Kleinstauflagen wirtschaftlich und weist gegenüber herkömmlichen Transferfolien eine äußerst hohe Qualität auf.[1]

Flockdruck

Über Flockfolie wird das Motiv aus einer oder mehreren farbigen Flockfolien per Schneideplotter ausgeschnitten und anschließend mit einer Transferpresse auf den Stoff übertragen. Die Herstellung der Flockfolie erfolgt, indem eine mit Klebstoff beschichtete Folie mit Textilflocken bestreut wird. Die Flocken sind nicht in jeder Farbe verfügbar. Über Schablone mittels Siebdruck wird das Motiv mit Hilfe einer Schablone mit Kleber aufgetragen, anschließend mit den Flocken in einem E-Feld (zur Ausrichtung der Flocken) bestreut und getrocknet. Die überschüssigen Flocken werden nach dem Trocknen entfernt.

Siebdruck / Schablonendruck

Hier muss für jede Farbe ein Sieb angefertigt werden, was vergleichsweise hohe Fixkosten verursacht. Es kann prinzipiell mit jeder Farbe gedruckt werden; zur Verringerung der Anzahl von Farben lassen sich Farbabstufungen auch durch Rasterung erzeugen. So können dann auch fotoartige Druckvorlagen mit Farbverläufen im Siebdruck realisiert werden. Hierzu werden die Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Black (CMYK) in Form von nichtdeckenden (lasierende) Textilfarben verwendet, die übereinander gedruckt werden. Dafür muss das Druckmotiv vorher farbsepariert werden, also in die vier Grundfarben zerlegt werden.

Üblicherweise kann im Siebdruckverfahren - im Unterschied etwa zum Offsetdruck - aufgrund der groben Oberfläche von Textilien kein feiner Raster gedruckt werden. Zudem wird durch die Verwendung von lasierenden Farben ein Druck von solchen so genannten 4c Halbtonraster-Vorlagen auf dunklen Textilien unmöglich. Um dunkle Textilien mit solchen bunten fotoartigen Vorlagen bedrucken zu können, muss derzeit noch auf ein Transferdruckverfahren ausgewichen werden.

Wesentliches Merkmal des Siebdruckverfahrens im Textildruck: Der Stoff wird direkt mit der Farbe / Farbpaste bedruckt. Je nach Art der Textilfarbe schwankt die Deckkraft der Farben und der Warengriff des fertigen Druckes. Bei Pigmentdruck ist die Farbdeckung hoch, jedoch ist der Warengriff hart. Eine zusätzliche Erhöhung der Deckkraft kann man bei Pigmentdruck dadurch erzielen, wenn man z.B. bei dunklen Stoffen zuerst in weiß und anschließend in der gewünschten Farbe druckt, dieses ist durch den zusätzlichen Arbeitsschritt unwirtschaftlich, da man einfacher die Druckpaste in ihrer Zusammensetzung erhöhen kann. Für große Stückzahlen ist dieses Druckverfahren am billigsten. Zudem ist der Druck, je nach verwendeter Textilfarbe (Pigment-, Säure-, Reaktiv-, Küpen- und Direktfarbstoffe) am beständigsten. Nur bei Pigment ist keine Nachbehandlung erforderlich, sonst schwankt diese vom einfachen Waschen bis hin zum Waschen mit diversen Chemikalien.

Thermosublimationsdruck

Der Stoff wird indirekt bedruckt, das Motiv wird entweder mit vierfarbig beschichteten -Sublimations-Farbbändern oder mit Sublimationsinkjettinten ausgedruckt. Die Drucke werden mit Transferpressen bei 170°C- 200°C auf Polyesterstoffe übertragen. Die Farben sublimieren gasförmig in die heiße Polyesterfaser, daher ist das Motiv kaum spürbar. Die Waschfestigkeit des Aufdruckes ist höher als die des verarbeiteten Textils. Die Farbanzahl ist nicht beschränkt, Fotodruck ist möglich. Es können nur spezielle Textilarten bedruckt werden. Je nach Tinte und Ausdrucksoftware werden die Drucke intensiv farbrichtig oder flau. Der Farbraum entspricht nicht eins zu eins dem Farbraum der normalen Inkjet Tinten. Für befriedigende Ergebnisse wird darum ein Druckertreiber benötigt. Ein ICC-Profil reicht in den meisten Fällen nicht aus. Für den Druck auf dunkle Stoffe werden weiße Zwischenträgerfolien verwandt.

Textil-Direktdruck / DTG

"DTG" ist die Abkürzung für "Direct To Garment". Mit einem an den PC angeschlossenen Inkjet-Drucker werden spezielle (meist wasserbasierende) Pigmenttinten direkt auf das Textil gedruckt und anschließend mit Hitze dauerhaft fixiert. Der Druck ist angenehm weich im Griff und weist eine gute Waschbeständigkeit, leuchtende Farben und eine hohe Detailtreue auf. Im Gegensatz zum Sublimationsdruck eignen sich vor allem Textilien aus 100% Baumwolle und Mischgewebe (je nach Tinte mit bis zu 50% Polyesteranteil). Der Druck auf helle Textilfarben ist normalerweise unproblematisch, da kein "Unterweiß" benötigt wird. Bei dunklen Textilien muss - ähnlich wie im Siebdruck - ein Weiss unterlegt werden. Bei den meisten aktuell auf dem Markt befindlichen Druckern ist dieses Unterweiß nicht ganz unproblematisch, da es sehr wartungsintensiv und aufwendig zu verarbeiten ist und auch die Textilien vorbehandelt werden müssen. Dennoch dürfte dem digitalen Textil-Direktdruck die Zukunft gehören.

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